Dienstag, 18. Juni 2019

Interpellation betreffend Umsetzungsstand Gewässerrevitalisierungen

Seit 2011 gelten Vorgaben des Bundes betr. Quantität, Qualität und Funktion revitalisierter Gewässer. Die Grünliberalen erbitten Auskunft über den Stand der bisher ausgeführten Gewässerrevitalisierungen im Kanton Aargau.

Text und Begründung:          

Mit Gewässerrevitalisierungen werden verschiedene Ziele angestrebt: Wiederherstellen des natürlichen Geschiebetransports und Förderung einer morphologischen Vielfalt, Bildung und Vernetzung von Biotopen sowie der Längsvernetzung, Verbessern des Hochwasserschutzes, Reduktion des Nährstoffeintrags, Reaktivierung der Selbstreinigungskraft sowie die Schaffung von naturnahen Erholungsräumen für die Bevölkerung.

 

Der Regierungsrat wird ersucht, Auskunft über den Stand der bisher ausgeführten Gewässerrevitalisierungen im Kanton Aargau sowie über Herausforderungen zu erteilen. Für eine Zwischenbilanz, basierend auf den seit 2011 geltenden Vorgaben des Bundes betr. Quantität, Qualität und Funktion revitalisierter Gewässer im Sinne einer repräsentativen Wirkungs- und Erfolgskontrolle , ist es vermutungsweise noch etwas früh. Auenschutzprojekte sind jedoch schon deutlich länger umgesetzt worden, weshalb bei diesen Bilanz gezogen werden kann.

 

Fragen:

  1. Wie ist der Umsetzungsstand der Gewässerrevitalisierungen im Kanton Aargau? Welche Ziele wurden erreicht, welche (noch) nicht und weshalb noch nicht?

 

  1. Welche Herausforderungen bestehen für die nächsten Jahre?

 

  1. Für welche Arten im Gewässerökosystem ist der Handlungsbedarf besonders gross?

 

  1. Welche Indikatoren werden im Bereich Biodiversität erhoben um die Erfolgskontrolle vornehmen zu können?

 

  1. Wie wird sichergestellt, dass auch bei „reinen“ Hochwasserschutzprojekten die Ziele betreffen Ökologie und Biodiversität erreicht werden können?

 

  1. Wie sieht die Erfolgskontrolle bei den Auenprojekten aus? Für welche Arten sowie anderweitige Ziele konnten sich positive Auswirkungen zeigen?

 

  1. Ist die freie Wanderung für gefährdete Fischarten und Langdistanzwanderer, Beispiel Lachs, aus den Flüssen in die revitalisierten Seitengewässer, so wie es die kantonale Strategie vorsieht, gewährleistet bzw. wie ist der Stand hierzu? Wie wird dem Interessenkonflikt zwischen freier Fischwanderung und der Ausbreitung invasiver Arten (Beispiel Schwarzmeergrundel) begegnet?

 

  1. Unabhängig von der Gewässerrevitalisierung ist an allen Gewässern die Ausscheidung des Gewässerraums vorzunehmen. Wie wird die Einhaltung der Bestimmungen zum Schutz dieser Streifen vorgenommen und garantiert? Welches Potential bieten hierbei GIS-basierte/ Luftbild- Auswertungen (Digitalisierungsstrategie)?

 

  1. Funktioniert der Austausch mit den Gemeinden, zwischen den Kantonen und mit dem Bund (BAFU) oder gibt es Verbesserungsbedarf?

 

  1.  Reichen die eingesetzten Ressourcen um die Ziele quantitativ und qualitativ zu erreichen?