Freitag, 7. September 2018

Neue Ressourcierung Aargauer Volksschule

Die Grünliberalen stehen dem geplanten Vorhaben positiv gegenüber. Aus Sicht der glp sind allerdings einige Risiken zu beachten und die entstehenden Chancen am Schopf zu packen.

Die glp Kt. AG begrüsst das neue Instrument der Schülerpauschalen und die damit wachsende Eigenverantwortung der Schulen. Es ist auf weitere innovative Optimierungen und neue pädagogische Ansätze zu hoffen, welche sich in der Pilotphase bereits zeigten. Allerdings teilen die Grünliberalen die Befürchtung, dass mit den Schülerpauschalen ein Sparhebel entstehen könnte, welcher keinesfalls getätigt werden darf.

Die Grünliberalen betrachten die objektiven Kriterien der pauschalisierten Ressourcierung (mit Standard-Komponente und Zusatzkomponenten) grundsätzlich als positiv. Eher kritisch würdigt die glp jedoch, dass die verstärkten Massnahmen, welche heute von einzelnen Schülern abhängen, in die Standardkomponente fallen und über alle Schulen im Kanton gleichmässig pauschal verteilt werden. Es sollen zukünftig nach wie vor genügend Anreize geschaffen werden, dass Kinder nicht unnötig an Sonderschulen "abgeschoben" werden, weil Schulen zu wenig Ressourcen erhalten oder ihre Ressourcen anderweitig einsetzen wollen. Dies darf nicht zu lasten der zu integrierenden Schüler gehen. Hier wird es voraussichtlich Härtefallregelungen brauchen. Deshalb erscheint den Grünliberalen noch unklar, wie der Regierungsrat den § 15 Schulgesetz (besondere schulische Bedürfnisse [in Bezug auf das einzelne Kind]) mittels pauschalisierter Ressourcierung sicherstellen will. Eine solche Regelung muss zwingend mit der UNO Behindertenrechtskonvention und dem BehiG des Bundes vereinbar sein.

Aus Sicht der glp ist weiter der mögliche Transfer von Ressourcen auf das nächste Kalenderjahr auf 5% der Gesamtbudgets zu beschränken – dies primär zum Schutz der Schulen und eines qualitativ hochstehenden Bildungssystems im Kanton Aargau. Es soll nicht jedes Jahr eine Sparrunde entstehen, weil einzelne Schulen ihr Budget nicht vollständig ausgeschöpft haben.

Folgende Chancen ergeben sich aus dem Projekt und sind unbedingt zu nutzen:

  • dass der administrative Aufwand im ALSA deutlich reduziert wird;
  • dass die Menge an Ressourcen auch effektiv einen Spielraum bzgl. pädagogisch-organisatorischer Ausgestaltung des Unterrichts zulässt;
  • dass Entscheidkompetenzen klar geregelt werden;
  • dass jede Schule für sich ein pädagogisches Konzept unter der Leitung der Schulleitung erarbeitet; hinsichtlich der verstärkten Massnahmen benötigt es klare Regelungen, damit Kinder mit besonderen Bedürfnissen nicht benachteiligt werden;
  • dass mittels der neuen Ressourcierung noch mehr positive Projekte und Anreize geschaffen werden können, wodurch Schulen für ihr vorbildliches Wirken belohnt würden (zum Beispiel Label für Schulen mit sportfreundlicher Schulkultur, vgl. im Kanton Zürich: https://sport.zh.ch/internet/sicherheitsdirektion/sport/de/schulsport/Label.html )

 

Risiken des Projekts aus Sicht der glp:

  • dass dieses Projekt zum Sparen bei den Schulen missbraucht wird;
  • dass das Projekt mit der Ausbildung der Schulleiter steht und fällt;
  • dass Kinder mit besonderen Bedürfnissen zu kurz kommen oder kürzer treten müssen;
  • dass die Politik mit weiteren Sparrunden ihre Verantwortung an die Schulleiter abgeben will, indem sie nicht deklariert, wo sie sparen will.